Sonntag, 17. Juni 2012

Glücklich - für einen Moment

Langsam drehte ich mich um und da stand....

...Basti. Ich blickte in seine traurigen Augen. Sie funkelten zwar, sahen aber leer aus. 'Darf ich mich setzten?' 'Ja, klar.' 'Ich hab jetzt verstanden, dass du mir keine Chance mehr gibst, aber dann lass uns doch bitte versuchen, Freunde zu sein.' 'Basti ich will nicht mit dir befreundet sein!' Ich sah wie ihm eine kleine Träne die Wange runter lief. 'Ok, dann werde ich mal gehen..' Er stand auf und wollte gerade gehen, aber er drehte sich noch ein letztes Mal um. 'Hey, bleib doch hier.' 'Aber warum denn? Damit ich mich vor die noch weiter zum Affen mache? Nein, danke.' 'Ich habe doch nur gesagt, dass ich nicht mit dir befreundet sein will!' 'Das sagt doch schon alles..' Er blickte traurig auf den Boden. Mittlerweile stand ich direkt vor ihm. Ich ging noch einen Schritt näher zu ihm. 'Basti, ich will wieder mit dir zusammen sein.' flüsterte ich ihm ins Ohr. Er sah mich leicht verwirrt, aber glücklich an. Unsere Köpfe näherten sich, bis sich schließlich unsere Lippen berührten. Und da war es wieder - dieses Kribbeln im Bauch und dieses starke Herzklopfen. Ich merke jetzt erst,wie sehr ich Basti vermisst habe. Ich hoffe nur, ich werde diese Entscheidung nicht bereuen...
Langsam lösten sich unsere Lippen wieder voneinander. 'Wow, Selli, du hast mir so gefehlt.' 'DU mir auch.' Ich ging auf ihn zu und er schlang seine Arme um mich. 'Bitte, lass mich nie mehr los. <3' 'Werde ich nicht, dass kann ich dir versichern.' Das war der beste Moment seit langen in meinem Leben. Ich musste ihm so viel erzählen. Alles einfach. Wir gingen gemeinsam wieder zurück zum Ball. Als wir Hand in Hand in der Tür standen, applaudierten allen. 'War das etwa geplant?' Ich bemühte mich ihn böse anzusehen und blickte nur verdutzt zurück, aber dann begann ich zu kichern. Er legte seine Hand um meine Taille. Gemeinsam gingen wir auf die Tanzfläche und tanzten noch den ganzen Abend lang zusammen. 
Erschöpft kam ich nach Hause und ging sofort schlafen, denn ich musste um 10 Uhr wieder an der Schule sein - aufräumen! Um 9:00 Uhr weckte meine Mutter. Sie setzte sich zu mir ans Bett und fragte mich über den Ball aus. 'Na, wie war der Ball? Ich hab gehört Sebastian soll auch da gewesen sein. Ist alles ok?' Lächelnd sah ich sie an. 'Alles in bester Ordnung, Mama. Ja, er war da...' 'Und, habt ihr geredet, oder hat er dich ignoriert?' 'Ja, wir haben geredet. Und..' 'Was und?' 'Und wir sind wieder zusammen.' 'Och, ich wusste es! Das freut mich so für dich, Schatz.' Sie gab mir einen Kuss auf die Stirn. 'Aber woher weißt du das überhaupt alles?' 'Einmal als Jessy hier war und du noch nicht da warst, hab ich sei gefragt, mit wem sie denn zu7m Ball gehen würde. Da sagte sie Basti. Zuerst war ich etwas verdutzt, aber dann hat sie mir erklärt, dass sie das macht, um euch wieder zusammen zu bringen.' 'Mama, wieso sagst du mir denn nichts davon?' Ich musste lachen. 'Na komm Spätzchen, das Frühstück steht unten schon fertig und Papa wartet schon auf dich.' 'Wie geht es ihm?' 'Ach, soweit ganz gut.' 'Schön.' Wir gingen gemeinsam runter und frühstückten alle zusammen. Dann machte ich mich schnell fertig und meine Mutter fuhr mich zur Halle. 'Ruf an, wenn ich dich irgendwo abholen soll!' 
'Wie sieht es denn hier aus?!' 'Ja, wir haben wohl doch etwas viel Müll hinterlassen..' Die ganze Halle sah aus wie ein Schweinestall! 'Nun ja, was bleibt uns anderes übrig, als die Scheiße aufzuräumen. Dann wollen wir mal anfangen.' 
Nach 4 Stunden waren wir endlich fertig und die Halle sah wie neu aus. Zufrieden gingen alle nach Hause. Ich wollte gerade meine Mutter anrufen, als ich Basti da stehen sah. 'Hey, was machst du denn hier?' 'Ich wollte dich abholen.' 'Wow, machst du jetzt einen auf Gentleman?' Ich lachte und ging zu ihm, um ihm einen Kuss zu geben. 'Hast du heute schon was vor?' 'Ja, ich habe eine Verabredung mit meinem Freund.' 'Dann ist ja gut.' Er grinste mich frech an. 'Und, was hast du so vor?' 'Ich dachte an Picknick am See?' 'Klingt gut!'
Wir machten uns auf den Weg zum See und unterhielten uns ein wenig. 'Wie geht es deinen Eltern so, Basti?' 'Ach denen geht es gut und was machen deine Eltern so?' Da war der Moment, vor dem ich schon etwas Angst hatte. Ich wusste nicht wie er reagieren wird. 'Meiner Mama geht es gut & meinem Papa, ja, den Umständen entsprechend gut.' 'Wie, den Umständen entsprechend?' 'Ehm, ja, mein Papa hat Krebs.' 'Wie, dein Papa hat Krebt?' Er blieb stehen und sah mich geschockt an. 'Selina, wenn das ein Scherz ist, dann ist er nicht witzig.' 'Wie kannst du nur denken, dass ich mit sowas scherzen würde?! Das war mein Ernst, mein Papa hat Krebs - Darmkrebs!' 'Scheiße, kleines, komm mal her.' Er kam zu mir und nahm mich in den Arm. Ich hatte das Gefühl, er will mich erdrücken, aber ich merkte, wie sehr ihn das mitnahm. Ich merkte sogar, dass er ein bisschen weinte. Ich konnte nicht anders, ich fing auch an zu weinen... Dabei war alles gerade so schön, doch dann wurde ich zurück in die Realität geholt. Ich habe Basti wieder, aber er kann meinen Papa auch nicht wieder heilen & das ist zur Zeit mein größter Wunsch!

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